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Erfahrungsericht

  • Proa-Erfahrungen in Barcelona, bis Herbst 2005
     

Proa-Erfahrungen in Barcelona

Hier einmal ein kleiner Bericht von systematischen Versuchen am Strand vor Barcelona.

Wir haben schon vor einigen Jahren eine kleine pazifische (shunting-) Proa aus Sperrholz gebaut, als Versuchsträger sozusagen um sämtliche immer wieder zu lesende offene Fragen einmal konkret beantworten zu können.

Nach 4 Jahren experimentieren haben wir nun die endgültige Konfiguration von Ruder und Rigg, etc. gefunden.

Konfigurationen:

Folgende Konfigurationen wurden in den letzten Jahren realisiert und ausgiebig getestet:

  1. Pazifik Proa mit feststehendem Mast und Steuerpaddel in Lee
     
  2. Pazifik Proa mit feststehendem Mast und 2 Rudern/Steuerpaddeln fest montiert an den Akas in Luv vom Rumpf
     
  3. Pazifik Proa mit beweglichem Mast und 2 Rudern/Steuerpaddeln fest montiert an den Akas in Luv vom Rumpf
     
  4. Pazifik Proa mit beweglichem Mast und Steuerpaddel in Lee vom Rumpf
     
  5. Pazifik Proa mit beweglichem Mast, 4 m langer Travellerschiene in Lee und 2 Rudern an den Akas in Luv vom Rumpf
     
  6. Pazifik Proa mit beweglichem Mast, 4 m langer Travellerschiene in Lee und 2 symmetrischen Rudern unter dem Rumpf
     
  7. Pazifik Proa mit beweglichem Mast, 4 m langer Travellerschiene in Lee und 2 symmetrischen Rudern unter dem Rumpf miteinander gekoppelt (Tandemruder)
     
  8. Atlantische Proa mit festem Mast vor der Aka und dem Steuerpaddel
     
  9. Atlantische Proa mit festem Mast vor der Aka und am "Heck" angebrachtem Ruder
     
  10. Pazifik Proa mit beweglichem Mast, 6 m langer Travellerschiene in Lee und Steuerpaddel in Lee vom Rumpf
     
Wie so oft war hier von allen getesteten Versionen die Einfachste am besten (Nr.10, siehe Bilder).

Spanien 2005

Zusammenfassung 2005:

  • Einfachste Version der Shunting-Proa funktioniert am besten und ist am schnellsten.
     
  • Segeldruckpunkt muss deutlich (ca.1 m) vor dem Lateraldruckpunkt liegen um der Luvgierigkeit mit eingetauchter Ama entgegenzuwirken. => Travellerschiene über die gesamte Bootslänge erforderlich, Segel nach vorne und Crew nach hinten trimmen (natürlich in Fahrtrichtung gesehen)
     
  • Bei fliegender Ama muss der Segeldruckpunkt über dem Lateralschwerpunkt liegen (logisch), was durch Gewichtsverlagerung oder durch Verschiebung des Segelhalses auf der Travellerschiene realisiert wird.
     
  • Diese Art der Steuerung ist sehr stabil, auch bei Wellen. Ein einmal eingestellter (ausbalancierter) Kurs wird sauber beibehalten.
     
  • Steuerpaddel ist nur auf Raumschot- und Vormwindkursen erforderlich, wenn die Ama nicht fliegt. Weitere Steuereinrichtungen sind nicht erforderlich.
     
  • Doppel-Klappmast mit losem Vor- und Achterstag (vorgereckt) sowie eingebundenen Gummiseilen, die das Klappen des Mastes beim Shunten unterstützen.
     
  • Maximalgeschwindigkeit bei ca. 45 Grad zum scheinbaren Wind mit fliegender Ama. Hierbei braucht man nicht über das Steuern nachzudenken, denn es funktioniert von selbst.
     
  • Man kann sich dann zu 100% auf den Trim (Ausreiten auf der Ama) konzentrieren, und darauf, nicht zuviel Salzwasser ins Gesicht zu bekommen. ;-))
     
  • Bei einer kleinen Lokalregatta von Barcelona nach Sitges konnten bei 4 Windstärken bis auf die Tornados alle anderen Teilnehmer im Kielwasser gelassen werden.
     
Die für Spanier sehr skurrile Proa wurde natürlich nicht gewertet (darf man damit überhaupt fahren?).
Abschließend zeigte man jedoch reges Interesse an der Proa.

Die oben beschriebenen Steuereigenschaften sind stark von der Rumpfform abhängig. Der relativ tiefe V-Spant dieser Konstruktion ist zwar schnell aufgebaut, aber recht ungünstig wenn man zusätzliche Schwerter und Ruder zur Lateralschwerpunktverschiebung einsetzen will.

Der Lateralplan ist nämlich beim V-Spant bereits so groß, dass Zusatzschwerter ebenfalls sehr groß werden müssen um den Lateraldruckpunkt wirklich verschieben zu können.

Für den Strandbetrieb bietet der V-Spant aber entscheidende Vorteile.

Weitere Aussichten 2006:

  • Grundüberholung und Entfernung sämtlicher nicht mehr erforderlichen Teile wie Püttings, eingeklebte Ruderkoker etc. Neubeschichtung der Aussenhaut,
     
  • Detailverbesserungen am Rigg
     
  • neues, optimiertes Steuerpaddel (unsymmetrisch)
     
  • Produktion eines Segelvideos mit wasserdichter Kamera
     

Und dann?

Bau einer 8 m-Strandproa aus Kunststoff in einer Negativform (natürlich eine Pazifik-Proa),

  • mit optimiertem U-Spant (wavepiercer)
     
  • 18 m² Segelfläche am drehbarem Carbon-Flügelmast.
     
  • 2 Steckschwerter im Rumpf
     
  • 2 Steckruder im Rumpf.
     
  • Leergewicht weniger als 130 kg
     
Hiermit sollten dann auch noch die Tornados und die Americas-Cupper zu "packen" sein....
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